Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit
Was bedeuten die 17 „großen“ Nachhaltigkeitsziele der United Nations für Unternehmen und andere Organisationen? Welche Rolle spielen diese Akteure, wenn es um Umwelt- und Klimaziele, gute Arbeit, Gesundheit und soziale Aspekte – auch entlang der Lieferkette – geht? Wie können Nachhaltigkeitsziele in Organisationen erfolgreich verankert und umgesetzt, neue Geschäftsmodelle erschlossen und wirtschaftlicher Erfolg dauerhaft gesichert werden? Und was haben Dieselskandal, Klima-Gerichtsurteile, die deutsche Fleischindustrie und der European Green Deal eigentlich mit „Corporate Social Responsibility“ und einer „großen Transformation“ zu tun? Diese und ähnliche Fragestellungen liefern die Grundlage für die – theoretische wie anwendungsbezogene – Auseinandersetzung im Nachhaltigkeitsmanagement. Das Nachhaltigkeitsmanagement ist dementsprechend vielfältig und weist Bezugspunkte zu anderen Forschungsbereichen und Disziplinen der Nachhaltigkeitsforschung auf. Aktuelle Forschungsthemen u.a. in den Bereichen „Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten“, „Stakeholder-Integration im Nachhaltigkeitsmanagement“ und „Multi-Akteurskooperationen“. Hier geht es etwa um die Frage, welche Instrumente geeignet sind, um Umwelt- und Sozialstandards in das klassische Zieldreieck des Beschaffungsmanagements zu integrieren – nicht nur, um steigende Compliance-Anforderungen gerecht zu werden, sondern auch, um Lieferketten resilienter zu gestalten. In der Forschung zur Stakeholder-Integration werden aktuell Managementansätze untersucht, die darauf abzielen, durch den Einbezug verschiedener Interessengruppen (z.B. über Dialogformate oder Wesentlichkeitsanalysen) die Effektivität unternehmerischer Nachhaltigkeitsaktivitäten zu verbessern.
Auch wenn die CIGS-Solarzellentechnologie große Fortschritte im Verständnis der chemischen Prozesse und Verbesserung des Wirkungsgrades gemacht haben, befindet sich die CIGS- Technologie in einem herausfordernden Wettbewerb mit der klassischen Si-basierten Photovoltaik. Um sich am Markt behaupten zu können, sind deswegen weitere große Anstrengungen innerhalb der CIGS-Technologie erforderlich, davon sind im Besonderen die deutschen Hersteller von Photovoltaik-Modulen betroffen. Diese Dünnschichtsolarzellen, die mit weniger als einem Prozent des benötigten Materials von Si-Solarzellen auskommen und im Vergleich zu polykristallinen Si-Solarzellen nur etwa ein Zehntel der Energie zur Herstellung brauchen, liefern bei gleicher Sonnenbestrahlung etwa die gleiche Menge an elektrischer Energie wie Si-Solarzellen. Auch der Herstellungspreis ist vergleichbar mit herkömmlichen Solarzellen, allerdings sind die Fertigungskapazitäten noch deutlich geringer. Für eine industrielle Serienproduktion sind neben dem Erreichen hoher Wirkungsgrade vor allem innovative Prozesse erforderlich, die im weltweiten Wettbewerb nicht nur mithalten, sondern einen Vorsprung aufweisen können. Ein weiterer Schwerpunkt zielt auf die Entwicklung einer sog. „Tandemzelle“ ab, wodurch CIGS-Solarzellen neben gelber Farbe auch andere Farben des Sonnenlichts zur Erzeugung von elektrischem Strom nutzen können.
Transformative Energiesystemanalyse beschäftigt sich mit der modellgestützten Untersuchung von Energiesystemen entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Die Wahl der Systemgrenze variiert dabei je nach Analyse von einzelnen Technologie-Kombinationen (z. B. Stromspeicher in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen) bis hin zur Untersuchung komplexer Systeme (z. B. zeitlich und räumlich aufgelöste Modellierung des Energiesystems). Im Fokus stehen dabei die verbesserte Integration der fluktuierenden Stromerzeugung durch erneuerbare Energien in das Energiesystem, die Steigerung der Energieeffizienz und die weitere Verbreitung von Sektorkopplungsoptionen. Im Kern dienen die Forschungsaktivitäten der quantitativen Entscheidungsunterstützung für Stakeholder aus Industrie und Politik. Die Analysen zeichnen sich im Besonderen dadurch aus, dass alternative Lösungsansätze sozio-techno-ökonomisch bewertet werden. In der Regel kommt dabei die Szenario-Technik zum Einsatz, um Handlungsräume zu skizzieren und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Ansprechpartner:innen

Prof. Dr. habil. Ralf Isenmann (zum Profil)
Forschungsschwerpunkte
- Betriebswirtschaftslehre, v.a.:
- Unternehmensführung
- Technologie- und Innovationsmanagement
- Technologievorausschau (Roadmapping, Delphi-Methode, Szenario-Analysen)
- Unternehmenskommunikation (Internet-based Sustainability Reporting)
- Industrial Ecology, Nachhaltigkeitsmanagement und Corporate Social Responsibility

Prof. Ursula Tischner (zum Profil)
Forschungsschwerpunkte
- Nachhaltigkeitstransformation
- Kreislaufwirtschaft
- Nachhaltige Innovation
- Handlungsorientierte Bildung für Nachhaltigkeit mit Schwerpunkt Design
- Innovation und Transformation

Prof. Dr. Johannes Windeln (zum Profil)
Forschungsschwerpunkte
- Hard Disk Drive technology, Materialentwicklungen
- Non-volatile Memories
- CIGS-Photovoltaik, computational materials science

Prof. Dr. Rainer Elsland (zum Profil)
Forschungsschwerpunkte
- Transformative Energiesystemanalyse
- Rationelle Energienutzung
- Modellierung von Energiesystemen
- Sektorkopplung/Power-to-X
- Technologische Kurzsichtigkeit bei Energieszenarien
Publikationen (Auswahl)
- Tischner, U. (2025): Deep Dive: Product-Service-System-Design in der Circular Economy. In: Takacs, F., Stechow, R., Frankenberger, K., Der Circular Economy Navigator, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München.
- Tischner, U. (2024). Beyond Eco-Design Towards Designing Sustainable Circular Production-Consumption Systems. In G. B. Melles & C. Wölfel (Eds.), Design for a Sustainable Circular Economy, Research and Practice Consequences (S. 21–41). Springer.
- Krásnohorská, V., Grűnwald, T., Tokarčíková, E., Kušnírová, D., Malichová, E., Schwarz-Geschka, M., Breitschwerdt, R., Tischner, U., et al. (2023). Inclusive Design Thinking Cookbook. EU ERASMUS+, University of Žilina.
- Fischer, K.; Isenmann, R. (2023): Education for sustainability at distance and online learning universities: Methodologies and good practices for educating sustainability experts and leaders of the future. In: Walter Leal Filho, W.; Lange Salvia, A.; Coathe, B.; Pallant, E.; Pearce, K.: Educating the Sustainability Leaders of the Future. SpringerNature, World Sustainability Series.
- Isenmann R., Fischer K. (2023): “Progression in sustainability reporting at higher education institutions – the case of media, internet and digitalization” Internationales Symposium „Sustainability Reporting in Higher Education: perspectives from universities and enterprises“. University of Turin, School of Management and Economics, Corso Unione Sovietica 218/bis 10134 Turin
- Herlyn E, Lévy-Tödter M, Fischer K, Scherle N.(2023): Multi-Akteurs-Netzwerke: Kooperation als Chance für die Umsetzung der Agenda 2030, FOM-Edition, Springer Gabler Wiesbaden, https://doi.org/10.1007/978-3-658-38523-1.
- Klobasa, M.; Stute, J.; Wohlfarth, K.; Haendel, M.; Kühnbach, M.; Manz, P.; Elsland, R. (2020): Analyse und Bewertung von flexibler Nachfrage als Flexibilisierungsoption im Energiesystem -Flexible Nachfrage als wichtiger Beitrag zur Energiewende und Baustein in der Energiesystemanalyse, Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), Karlsruhe.
- Macaira, P.; Elsland, R.; Oliveira, F. C.; Souza, R.; Fernandes, G. (2020): Forecasting residential electricity consumption: a bottom-up approach for Brazil by region. In: Energy Efficiency, 13, S.911-934.
